Ronnenberg: Rot-Grün verliert absolute Mehrheit

Ronnenberg. 

Ein Einbruch für die Ronnenberger Sozialdemokraten, ein voller Erfolg für die AfD: Das Ergebnis der Kommunalwahl bringt einige Veränderungen mit sich. Gleich drei Sitze musste die SPD abgeben. Die Fraktion erreichte 9.492 Stimmen (31,8 %). Die AfD hat dagegen einen Grund zu feiern: Mit 13,3 % und 3.961 Stimmen zieht die neue Partei mit gleich fünf Sitzen in den Ronnenberger Stadtrat ein. Gleichzeitig sorgt dieses Ergebnis dafür, dass sich der Stadtrat in Zukunft verkleinert. Die AfD hat einen Platz zu viel, der nicht besetzt werden kann. Die CDU bleibt auch weiterhin die zweitstärkste Fraktion im Stadtrat. Die Grünen folgen als dritte Fraktion. Auch sie müssen einen Sitz abgeben. Dadurch verliert Rot-Grün die absolute Mehrheit im Stadtrat. Neu dabei ist in dieser Ratsperiode die Linke, die sich mit einem Sitz in den Stadtrat fügt. Die FDP bleibt weiterhin mit einem Sitz vertreten, die Freien Wähler müssen ebenfalls einen ihrer drei Sitze abgeben.

Trotz eines Verlustes von 8,8 % bleiben die Sozialdemokraten die stärkste Fraktion im Rat der Stadt Ronnenberg. "Das Resultat ist unbefriedigend. Und obwohl das Ergebnis noch über dem Resultat von Mecklenburg-Vorpommern liegt, werden wir es nicht hochjubeln", erklärte Rudi Heim von der SPD. Den Stimmenrückgang erklärt Heim so: "Zum einen vermissen wir den „Bürgermeisterbonus“. Er lag zur Amtszeit Wolfgang Walthers bei rund 3,5 Prozent. Des Weiteren „fehlen“ auch die 3,2 Prozent Linken-Wähler, die erstmals bei einer Kommunalwahl im gesamten Stadtgebiet antraten.  Und überhaupt nicht wegzudiskutieren: Die SPD dürfte der Hauptstimmenlieferant für die AfD gewesen sein".
Auch die zweitstärkste Fraktion, die CDU, ist "nicht zufrieden". Zwar haben die Christdemokraten nur einen kleinen Verlust von 0,6 % zu verkraften. Immerhin erreichte die Fraktion 8.335 Stimmen (28 %). "Wir sind froh, dass es uns nicht härter getroffen hat", erklärte Hans-Heinrich Hüper, Fraktionsvorsitzender der CDU. Den Einzug der AfD sieht Hüper als eine Art "Protestwahl": Es ist beeindruckend, wie eine Partei ohne Themen so einen Erfolg haben kann." Das Ergebnis müsse die CDU wohl so akzeptieren, erklärte Hüper weiter.
Auch die Grünen müssen einen Rückschlag wegstecken. Mit 4.133 Stimmen (13,9 %) müssen die Grünen einen Sitz im Stadtrat abgeben. "Trotz Verluste konnten wir uns auf hohem Niveau behaupten und liegen mit diesem Ergebnis mehr als 3 % über dem Landesdurchschnitt ", so Andreas Beichler von den Grünen. "Mit 5 Sitzen gehören die Grünen wieder zu den gestaltenden Kräften in Ronnenberg," so der jetzige und künftige Ratsherr. "Die Arbeit im Rat wird spannend. Wir hoffen auf inhaltliche Diskussionen in der Sache ohne Populismus," so Andreas Beichler abschließend.
Für den Spitzenkandidaten der Wählergemeinschaft Freier Wähler, Dustin Jung, ist klar: "Als Freie Wähler Ronnenberg in der Gesamtheit ist unsere Stimmung etwas getrübt, da wir einen Sitz im Rat verloren haben. Allerdings haben wir uns behaupten können und sind keine Eintagsfliege." Er selber sei auf sein Ergebnis von 240 Stimmen "überaus zufrieden". "Wir haben zum zweiten Mal kandidiert und bewiesen, dass wir eine wählbare Alternative für Ronnenberg sind. Das müssen AfD und Die Linke, die nun neu im Rat vertreten sind, erst einmal schaffen", so der Spitzenkandidat.
FDP-Spitzenkandidat Dieter Herbst ist mit dem Ergebnis im Stadtrat zufrieden. Trotz eines leichten Zuwachses von 1,3 % der Stimmen auf 3,8 % (1.124 Stimmen) reichte es nicht für einen zweiten Sitz im Rat. Aus parteipolitischer Sicht findet er es gut, dass keine eigene Mehrheit bei Rot-Grün möglich sei: "Die Spielwiese ist jetzt beendet. Nur noch eine große Koalition wäre möglich." Auch den großen Erfolg der AfD rechnet Herbst den Bundestagsabgeordneten und der Politik in Berlin an: "Die Ergebnisse der AfD zeigen, dass es viele Unzufriedene gibt. Das sollte den Bundestagsabgeordneten zu Denken geben. Es muss sich etwas ändern."

cms, 12.09.2016, 17:52
Redakteure CON

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