Häusliche Gewalt kommt bei uns nicht in die Tüte

Bürgermeister Cord Mittendorf (von links), Marion Weber, Hacer Kirli, Beate Janisch und Christiane Olbrich geben das Startzeichen für die Aktion "Gegen häusliche Gewalt".Hacer Kirli (von links), Christiane Olbrich, Marion Weber und Beate Janisch zeigen die Brötchentüten mit dem markanten Aufdruck.

Gehrden / Ronnenberg / Wennigsen / Region. 

Häusliche Gewalt kommt bei uns nicht in die Tüte! Zehn Bäckereien in Gehrden, Wennigsen und Ronnenberg verpacken ihre Brötchen in auffällige Papiertüten und unterstützen mit dieser Aktion „Hinschauen, nicht wegschauen. NEIN zu Gewalt an Frauen und Kindern“.

Am Freitag, 25. November, ist der Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Diesen Tag haben die Gleichstellungsbeauftragte Hacer Kirli von der Gemeinde Wennigsen, ihre Gehrdener Kollegin Christiane Olbrich sowie Beate Janisch und Marion Weber vom Frauenzentrum Ronnenberg zum Anlass genommen, die Brötchentütenaktion zu starten. Bei der Vorstellung des Projektes im Gehrdener Rathaus betonte Christiane Olbrich, dass es eine hohe Dunkelziffer bei den Opfern von häuslicher Gewalt gibt. Häusliche Gewalt wird zum Tabuthema gemacht. Die allgegenwärtige Meinung dominiert, dass dies Privatsache sei, in die man sich nicht einmischt. „Wir möchten hinschauen, nicht wegschauen“, unterstreicht Christiane Olbrich. Mit der Aktion soll eine Sensibilisierung der Gesellschaft erreicht werden und zugleich soll Betroffenen signalisiert werden "ihr seid nicht allein!".

Beate Janisch vom Frauenzentrum Ronnenberg kann auch konkrete Fallzahlen nennen. In Ronnenberg waren es 55 weibliche Opfer, in Gehrden fünfzehn Frauen und in Wennigsen sieben Frauen, die sich im Jahr 2015 bei den Beratungsstellen gemeldet haben. In einer anderen Statistik werden 1.541 Fälle von häuslicher Gewalt in der Region genannt, davon 1.368 Frauen und 173 Männer. Dabei ist allen Beratungsstellen bewusst, dass die Dunkelzahl erheblich höher ist. Unter der häuslichen Gewalt zählen nicht nur körperliche Handgreiflichkeiten, die mit blauen Flecken oder blutigen Wunden nachzuweisen sind. Als Folge verbaler Beschimpfungen oder Demütigungen können ebenso tiefgreifende psychologische Probleme auftreten, die bei einer Anzeige bei der Polizei nicht auf den ersten Blick nachweisbar sind. Die zehn teilnehmenden Bäckereien verpacken die Brötchen in auffallende rot-orangefarbene Papiertüten, auf denen die Notrufnummern von Hilfeorganisationen oder Kontaktadressen aufgedruckt sind. Rund 40.000 Tüten wurden gedruckt. Die Aktion soll bis zum Jahresende laufen.

Im Jahr 2010 haben die Kommunen Gehrden, Barsinghausen, Ronnenberg und Wennigsen bereits ein gleiches Projekt durchgeführt. Diese Aktion ist vor sechs Jahren sehr gut in der Bevölkerung aufgenommen worden. Initiatorinnen der aktuellen Aktion sind die Teilnehmerinnen des „Runden Tisches gegen häusliche Gewalt“.

we, 24.11.2016, 00:01
Redakteure CON

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