Welche Zukunft hat das Freibad Empelde?

Empelde. 

Zur Kommunalwahl stellte CON den Politikern Fragen zu Themen, die die Stadt Ronnenberg bewegen. Ab heute wird jeden Tag eine Frage mit den Antworten der Kandidaten veröffentlicht:

Was versprechen Sie sich von der Sanierung des Bades? Wie sehen Sie die Zukunft des Bades?

SPD: Dieter Schur

"Ausgesprochen gut, denn die Besucherzahlen werden sich durch das beheizte moderne Bad erhöhen. Allerdings wird es nach wie vor von der Stadt subventioniert werden müssen, was aber in Deutschland bei allen öffentlichen Bädern notwendig ist."

CDU: Hans-Heinrich Hüper

"Das Empelder Bad so attraktiv zu gestalten, dass dieses von Jung und Alt gern genutzt wird. Die Besucherzahlen sich merklich erhöhen, um eine Wirtschaftlichkeit erreichen zu können. Junge zugezogene Familien werden das Empelder Freibad dann hoffentlich vermehrt nutzen. Durch die Sanierung sollten sich mehr Bürger und Familien, auch aus anderen Ortsteilen Ronnenbergs angesprochen fühlen. Die Besucherzahlen sollten sich merklich erhöhen, um eine spätere Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Somit bliebe der Charakter des historischen Schwimmbades des damaligen Bergwerkes erhalten."

Grüne: Christine Tröster-Rutzen

"Wir haben uns für ein attraktives Freibad für Ronnenberg eingesetzt. Das Schwimmer-, Nichtschwimmerbecken und separate Planschbecken wird mit neuer Wassertechnik ausgestattet. Durch eine verlässliche Beheizung wird die Schwimmsaison von Mitte Mai bis Mitte September verlängert und lockt dadurch mehr Besucher an. Kinder und Jugendliche sowie Besucher aller Altersklassen haben hier die Möglichkeit ihre Freizeit in den Sommermonaten zu verbringen. Eine weitere wichtige Möglichkeit ist das Schwimmen zu erlernen, bzw. die Schwimmfähigkeit zu verbessern, was gerade im Hinblick auf die durch die DLRG bundesweit ermittelten Daten der „zurückgehenden Schwimmfähigkeit von Schülern“ und der damit verbundenen Gefahr des Ertrinkens notwendig ist. Bei einem beheizten Freibad ist Schulschwimmen möglich. Wir sehen das Freibad als Ort zur Freizeitgestaltung in dem Veranstaltungen der Vereine in Ronnenberg stattfinden können. Es ist seit jeher ein Ort der Kommunikation für alle Generationen. Gemeinsam mit Vereinen und kulturellen Initiativen kann sich im Umfeld des Freibads ein besonderer Freizeitort mit hohem Naherholungswert in Empelde entwickeln."

Freie Wähler: Michael Sennholz

"Zuerst: Das Freibad gehört zu Empelde! Von der derzeitigen Sanierung allerdings versprechen wir uns nicht all zu viel. Hier werden 1,2 Millionen als Wahlkampfgeschenk verausgabt ohne Sinn und Verstand. Statt eine vernünftige, auf mehrere Jahre angelegte Sanierung mit Sprungturm und sonstigen Attraktivitätssteigerungen vorzunehmen, kommt hier eine Notlösung zu Stande, die von der SPD / GRÜNEN gefeiert wird! Die Mehrheitsfraktion von SPD und GRÜNEN sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir mit unserm Freibad in eine derartig, schlimme Situation gekommen sind. Jahrzehntelang hatten diese Parteien kein Interesse am Bad. Vorstöße der Freien Wähler (GFW) zusammen mit der CDU und der FDP vor vier Jahren, hinsichtlich der Rettung des Bades, wurde ignoriert und abgelehnt!"

FDP: Dieter Herbst

"Der aktuellen Sanierung, der ich im Rat zugestimmt habe, sehe ich mit Spannung entgegen. Das Bad wird damit für die Zukunft fit und attraktiv gemacht. Es ist mit einer deutlich höheren Nutzung – und zwar in allen Bevölkerungsgruppen - zu rechnen. Es ist wie immer in der Wirtschaft: Stimmt das Angebot, kommt auch die Nachfrage."

AFD: Georg Zimbelmann

"Die Attraktivitätwird durch die Sanierung kaum verbessert( keine Rutsche, kein Sprungturm). Mit der technischen Sanierung des Freibades werden die bisherigen Probleme des Bades bzgl. Besucherzahlen und damit die laufende Finanzierungkaum angegangen. Diese wird aber durch den Schuldendienst( da Schuldenfinanziert)umso höher ausfallen und somit die Handlungsfähigkeit der Verwaltung dauerhaft erheblich einschränken. Demzufolge bleibt uns das Thema „Freibadfinanzierung“ in der Zukunft erhalten."

cms, 04.09.2016, 09:07
Redakteure CON

Kommentare

Karin Reinelt - , 06.09.16 08:30:
Die Worte des Herrn Sennholz sind für mich nicht nachzuvollziehen. Das Empelder Bad konnte wegen der komplett veralteten Anordnung von Wasser-Zu- und Abfluss und vor allem wegen des fehlenden Schwallrandes nicht einfach nur saniert werden, diese Probleme wären immer nur durch einen kompletten Neubau des Beckens zu beheben gewesen. Wegen der damit verbundenen hohen Kosten hatte man bisher darauf verzichtet und nur den Bereich der Umkleidekabinen und Duschen vor einigen Jahren ganz neu gebaut.

Aktuell gab es jetzt aber nur noch die Alternativen: Neubau oder zwangsweise Schließung des Bades. Im vergangenen Jahr gab es nur noch eine letzte Gnadenfrist für diese Saison - es musste reagiert werden, wenn die endgültige Schließung noch abgewendet werden sollte. Genau das ist passiert. Schon der zeitliche Ablauf der bereits über 2 Jahre gehenden Planungen belegt, dass das mit einem Wahlgeschenk nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.

Jetzt wird das Bad also erneuert, es wird ein modernes Edelstahlbecken mit Schwallrand auf Augenhöhe mit der Umgebung, eine Wasserspiellandschaft für Kleinkinder, eine Beheizung und eine Abdeckung für nachts geben. Warum das keine vernünftige, die Attraktivität steigernde Maßnahme sein soll, erschließt sich wohl nur Herrn Sennholz, von dem ich im Verlauf der Diskussionen im Rat bisher übrigens nie die Forderung nach einem Sprungturm gehört habe! Dafür hätte wegen der zu geringen Tiefe allerdings das ganze alte Becken, das jetzt als Fundament dient, entfernt werden müssen, das wäre so teuer geworden, dass es sich nicht hätte umsetzten lassen. Herr Sennholz verweist in der aktuellen Ausgabe von CON auf den hohen Schuldenstand der Stadt, der z.B. durch den notwendigen Teilneubau der Marie Curie Schule entstanden ist. Um so unverständlicher ist seine teure Forderung...

Wenn ihnen die Rettung des Freibades so wichtig gewesen wäre, wie es die Freien Wähler jetzt im Wahlkampf gern vorgeben, hätten sie ihren Vorschlag, eine Genossenschaft zu gründen doch einfach umsetzen können! Keine Partei im Ronnenberger Rat hätte dagegen etwas eingewendet. Für eine erfolgreiche Betreibung einer solchen Genossenschaft ist aber ein jahrelanges Engagement vieler Bürger erforderlich und das kann man eben nicht einfach im Rat beschließen...

Insgesamt handelt es sich beim Beitrag des Herrn Sennholz also um eine ganz üble Stimmungsmache, mit der Realität haben seine Vorwürfe rein gar nichts zu tun!

Übrigens wird die beliebte große Rutsche im neu gestalteten Bad natürlich wieder aufgebaut werden!

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