Basar-Sperrung: Bürger protestieren

Sorsum. 

Die Überlegung der Sorsumer Waldorfschule und der Behörden, die Landesstraße zwischen Sorsum und Wennigsen anlässlich des Basars der Schule am 19. November zu sperren, rufen ungewöhnlich scharfe Reaktionen der Anlieger hervor. Nachdem Ortsbürgermeister Rainer Müller-Nolting bereits deutlich das Vorgehen kritisiert hatte, die Feuerwehr und des Ortsrat an den Überlegungen nicht zu beteiligen, melden sich nun auch die ersten Bürger zu Wort. Sie schlagen unter anderem die Ausweitung des Parkplatzes der Schule vor - seit rund zehn Jahren. Wennigsens Gemeindebürgermeister Christoph Meineke zeigte sich am Wochenende irritiert darüber, dass der Ortsrat nicht beteiligt worden war: "Mir ist davon nichts bekannt. Der Ortsrat hätte zwingend beteiligt werden müssen."

Der frühere Ortsbürgermeister Klaus Beckers: "Straßen sind da, um sie störungsfrei zu benutzen; das trifft insbesondere für Rettungsdienste und Feuerwehren, aber auch zur Personenbeförderung gerade bei Veranstaltungen mit größeren Menschenansammlungen zu. Man kann nicht erzwingen, dass die Besucher der Waldorfschule, an der nun mal regelmäßig Veranstaltungen stattfinden, allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß nach Sorsum anreisen; dies würde ja auch nur zu Problemen am Rande unserer Ortschaft führen. Also führt der Weg bei größeren Veranstaltungen der Waldorfschule nicht daran vorbei, in unmittelbarer Nähe der Schule Ausweichparkplätze zu schaffen, aber auch gleichwohl das vorgeschlagene Halteverbot an der Dorfstraße durchzusetzen. Als erster früherer ehrenamtlicher Ortsbürgermeister von Sorsum habe ich bereits vor über zehn Jahren die bedarfsweise Bereitstellung von Parkplätzen auf den am Schulgelände angrenzenden Wiesen vorgeschlagen – allein die Schulverwaltung und die Eigentümer und Pächter dieser Flächen konnten sich nicht einigen. Jetzt ist es langsam an der Zeit, dass auch die zuständigen Behörden sich bewegen und nicht nur Verbote aussprechen. Damals war versucht worden über das zeitweise Anpachten dieser Flächen durch die Waldorfschule als dem Verursacher eine Lösung zu finden. Dass so etwas grundsätzlich möglich sein sollte, zeigen die Situationen beim Life & Garden Festival im von Reden Park in Gehrden oder in noch größerem Umfang beim jährlich stattfindenden Internationalen Aachener Reitturnier, um nur zwei Beispiele zu nennen. Vielleicht liegt die Lösung aber auch nur im Ankauf der erforderlichen Flächen durch die Waldorfschule und der Herrichtung ordentlich befestigter Parkplätze auf diesen Grundstücken unter Einhaltung aller gesetzlicher Bestimmungen. Das hat die Waldorfschule nun davon, dass sie seinerzeit auf dem eigenen Grundstück nicht genügend Parkplätze hat ausweisen können. Eine Vollsperrung der Landesstraße zwischen Wennigsen und Sorsum kommt jedenfalls für mich als Anlieger nicht in Betracht – sie wäre ein Armutszeugnis insbesondere für die Verkehrsbehörden. Auch der ohnehin schon geschädigte Ruf der Waldorfschule kann durch solche Ansinnen und die Ausgrenzung der Sorsumer Volksvertreter nicht nachhaltig verbessert werden."

 

Marita Brandt aus Sorsum: "Als Sorsumer Bürgerin  bin ich entsetzt über die typische Vorgehensweise der Waldorfschule mit dem leidigen Thema der Parksituation bei schulischen Veranstaltungen. Es ist empörend, dass hier über Dinge beraten und entschieden wird, ohne Beteiligung des Ortsrates, der betroffenen Bürger - und noch viel schlimmer: Auch ohne den Ortsbürgermeister und Vertreter unserer Feuerwehr - wie überheblich. An anderen Schulen wird diese Problematik  komischerweise nie thematisiert - und wenn denn nun die Parkmöglichkeiten fehlen, gibt es ja die hervorragende S-Bahnanbindung. So bräuchten sich die Anwohner auch nicht von aggressiv reagierenden Besuchern der Schule beschimpfen lassen - was in der Vergangenheit häufiger vorgekommen ist."

hug, 31.10.2016, 08:47
Redakteure CON

Kommentare

P.Homeyer - , 31.10.16 16:56:
Neben den bereits aufgeführten Argumenten ist schon seltsam, dass der Ortsrat Sorsum und auch die Ortsfeuerwehr nicht
an den Gesprächen beteiligt wurden, was bei dem sogenannten "Runden Tisch"
wohl der Fall war.
Die Frage, warum dies nicht praktiziert wurde, richtet sich auch an die Gemeinde
Wennigsen, die zwar einen Vertreter entsandt hat und somit über den Vorgang
informiert war, jedoch die Vertreter der Ortschaft nicht informiert hat.
Sich hierbei darauf zurückzuziehen, dass eine Beteiligung des Ortsrates rechtlich
nicht vorgesehen ist, kann nicht akzeptiert werden. Im Interesse eines
vertrauensvollen Miteinanders muss die Beteiligung über das rechtliche Maß
hinausgehen. Die Ausführungen des Bürgermeisters sind daher für mich nicht nachvollziehbar.
Die Waldorfschule möchte ich darauf hinweisen, dass dies nicht die Art ist,
Vertrauen in dem Ort zu schaffen, der sie aufgenommen hat."
FrankMues - , 31.10.16 18:00:
Eigentlich ist doch alles ganz einfach. Laut gesetz hat die FWS wie jeder Gewerbebetrieb auch, eine "ausreichende Anzahl" an Parkplätzen vorzuhalten. Kann sie das aus welchen Gründen auch immer, nicht, so muss sie Ausgleichszahlungen leisten. Diese muss die Gemeinde dazu verwenden, an anderer Stelle Parkplätze zu schaffen. Um also das Problem grundsätzlich zu lösen, muss ein absolutes Halteverbot im Bereich Schule/ Feuerwehr angeordnet werden. Und für die Sperrung beim Basar und anderen Veranstaltungen gibtt es klare Regeln, auch wenn die nicht jedem Passen. Diese kann aus bestimmten Gründen beantragt werden (siehe ASB Publik Viewing in Barsinghausen) Wir die Sperrung genehmigt, muss die FWS dafür bezahlen und hat sich um Durchführung zu kümmern. z.B. durch eine Fachfirma für Baustellenabsperrungen oder Ähnliche. Das alles kostet nicht wenig Geld. Und wenn man das einmal durchrechnet, kommt die FWS von ganz alleine darauf, das man andere und für alle verträgliche Lösungen finden muss.

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