Biallas: "Sorgfalt geht vor Eile"

Von links: Bürgermeister Christoph Meineke, Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas und Investor-Vertreter Ulf-Harald Koepke.

Wennigsen. 

Wenn der Niedersächsische Landtag am kommenden Montag dem Verkauf des Klostergrundes durch die Klosterkammer zustimmt, geht es in der Entwicklung des künftigen Baugebiets endlich einen gewaltigen Schritt weiter. „Ich sehe keine Probleme; auch der Haushaltsausschuss hat dem Verkauf einhellig zugestimmt“, berichtete Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas bei einem Treffen mit Bürgermeister Christoph Meineke und dem Vertreter des Investors, Ulf-Harald Koepke.

Danach soll es dann mit der Räumung auf dem 70.000 Quadratmeter großen Areal losgehen. „Eine Spezialfirma wird die fachgerechte Entsorgung der verschiedenen Materialien übernehmen“, erklärte Koepke. Rund vier Wochen wird die Räumung dauern; je nach Witterung wird Anfang nächsten Jahres mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Dabei wird das Gelände nicht nur gerodet, sondern auch 30 Zentimeter Boden abgetragen und neu verfüllt. Mit der Erschließung des ersten der vier bis sechs geplanten Baufelder rechnet Koepke im Juni oder Juli nächsten Jahres. Etwa ein Jahr später werden die ersten Bewohner einziehen können.

Vermarktet werden die Grundstücke inklusive Haus. Mehrere Architekten planen verschiedene Varianten. Die Größen der Wohnungen liegen zwischen 50 und 120 Quadratmeter, der Reihenhäuser zwischen 120 und 150 Quadratmeter und der Einfamilienhäuser zwischen 120 und mehr als 200 Quadratmeter. Zum Kauf werden rund 160 Wohneinheiten angeboten – je zur Hälfte Einfamilien- und Reihenhäuser sowie Mehrfamilienhäuser. Für dieses Projekt haben zwei Kölner Firmen ein Joint-Venture geschlossen. Die Investitionssumme liegt bei mehr als 40 Millionen Euro.

„Wir rechnen mit 500 Anwohnern im Klostergrund“, sagte Meineke. Er sei froh, dass die Erschließung und die Gestaltung in einer Hand liegen. „Der Klostergrund wird architektonisch ein Ausrufezeichen“, ist sich Meineke sicher.

Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas betonte, dass der Verkauf des Grundstücks eine Ausnahme sei. „Die Klosterkammer hält am Erbpachtmodell fest, schließlich müssen die Stiftungen 800 Baudenkmale und rund 12.000 Kunstgegenstände erhalten“, sagte er. Trotzdem wolle die Klosterkammer in Wennigsen beide Modelle anbieten und habe sich daher zum Verkauf entschlossen. Biallas erinnerte noch einmal an den Vorlauf bis zum Verkauf. An die Kleingärtner, die den Klostergrund verlassen mussten, seien im Laufe der Jahre rund 1,1 Millionen Euro geflossen. „Da ist keiner mit leeren Händen nach Haus gegangen“, betonte er. Dass sich der Weg zum Baugebiet über mehr als acht Jahre erstreckt hat, habe mehrere Gründe. Nach Abschluss des Städtebaulichen Vertrags in 2008 hatte es einen Städtebaulichen Wettbewerb gegeben. Dann musste ein Investor gefunden werden, der das Gelände unter der Regie der Gemeinde überplant. „Es war klar, dass die Gemeinde nicht über das Geld verfügt, um das Gelände zu kaufen“, so Biallas. Und schließlich wollte die Klosterkammer alles gesetzlichen Vorgaben einhalten und keine Fehler machen. „Sorgfalt geht vor Eile“, betonte Biallas.

bri, 21.10.2016, 15:02
Redakteure CON

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