Feuer im Haus mit Flüchtlingswohnungen ausgebrochen

Bürgermeister Christoph Meineke (li.) ist vor Ort.

Wennigsen. 

Im Dachstuhl eines Hauses in der Gartenstraße in Wennigsen ist es am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. Der erste Einsatzleiter der Feuerwehr, Helge Jakob, beorderte mehrere Trupps unter Atemschutz in das Gebäude, in dem 19 Personen gemeldet sind. Mieterin des gesamten Objekts ist die Gemeinde Wennigsen, die die Wohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzt. Schnell wurde dem Einsatzleiter klar, dass nicht ausreichend Atemschutzgeräteträger vor Ort waren, um Herr der Lage zu werden - so wurde die Alarmstufe auf B3 erhöht und die gesamten Feuerwehrkräfte der Gemeinde Wennigsen sowie die Drehleiter aus Barsinghausen nebst Begleitfahrzeug in den Einsatz einbezogen. Zusätzlich wurde die Feuerwehrtechnische Zentrale in Ronnenberg alarmiert und der dort stationierte Gerätewagen Atemschutz zur Versorgung mit Pressatemluft und -geräten in Betrieb genommen. Insgesamt etwa 150 Feuerwehrleute der Feuerwehren aus allen Teilen der Gemeinde Wennigsen sowie aus Barsinghausen und Ronnenberg waren im Einsatz. Die Leitung des Einsatzes übernahm zwischenzeitlich Gemeindebrandmeister Uwe Bullerdiek.

Das Dach des Gebäudes wurde an einigen Stellen geöffnet, um von hier aus das Feuer zu bekämpfen. Laut Informationen vor Ort ist das Feuer im unteren Bereich des Hauses unter Kontrolle, es dauerte bis 18.30 Uhr bis "Feuer aus" gemeldet werden konnte. Die Feuerwehr räumt jetzt die Einsatzstelle auf. Der Brand soll im Erdgeschoss - vermutlich in einem Durchlauferhitzer - ausgebrochen sein. Die Brandursache steht aber noch nicht fest. 

Die 19 Bewohner werden nun von der Gemeinde Wennigsen in anderen örtlichen Unterkünften untergebracht, das Haus ist zunächst unbewohnbar.

Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke bildete vor Ort mit Fachdienstleitern aus Ordnungs- und Sozialamt eine Lagegruppe, die sich darum kümmerte, die Bewohner zu betreuen und unterzubringen. Der Bürgermeister lobte den Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und auch seine Verwaltung: "Es hat in diesem Ernstfall alles wie am Schnürchen geklappt. Ich bin sehr froh, dass wir uns insbesondere auf unsere ehrenamtliche Feuerwehr blind verlassen können."

Leichte Probleme gab es zu Beginn des Einsatzes offenbar aufgrund der schmalen Gartenstraße: "Viele Fahrzeuge, wenig Platz", hieß es am Rande von Beobachtern. Kritik gab es auch - wie sehr häufig - an der Menge der Einsatzkräfte. Für die Gemeinde oder den Steuerzahler bedeutet das aber nicht automatisch Kosten. Die wenigsten Feuerwehrleute sorgen mit ihrem Einsatz durch eigene berufliche Selbständigkeit oder großzügige Arbeitgeber für Kosten, die zu erstatten sind. Sie tun das als "Dienst am Nächsten", freiwillig und kostenlos - ehrenamtlich eben. "Wir mussten so stark alarmieren, weil uns zunächst die Kräfte fehlten. Um 16 Uhr haben auch am Freitag noch nicht alle Atemschutzgeräteträger Feierabend. Wir unterscheiden in der Alarmauslösung aber nicht nach dem Ausbildungsgrad, sondern alarmieren dann alle Ortswehren. Natürlich fällt dann nicht für jeden im Einsatz auch zwingend eine Aufgabe an. Aber lieber sind wir zu viele Einsatzkräfte als zu wenige", betonte Feuerwehr-Pressesprecher Helge Jakob.

Brandermittler der Polizei werden den Einsatzort in den nächsten Tagen begutachten.

 

Der Artikel wurde fortlaufend und zuletzt um 18.48 Uhr aktualisiert.

tri, cms, 25.11.2016, 16:26
Redakteure CON

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