Das Ende einer 68-jährigen Geschichte

Der ehemalige Vorsitzende Franz Blazek und sein Stellvertreter Günter Krüger.

Wennigsen. 

Seit gestern ist es offiziell: Den Wennigser Kleingartenverein gibt es nicht mehr. Gestern fand die letzte Zusammenkunft der Mitglieder im Calenberger Hof in Wennigsen statt. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Franz Blazek blickten die rund 100 Gäste auf die 68-jährige Geschichte des Vereins zurück.

Am 24. Mai 1948 wurde der Verein unter dem Namen Kleingartenverein Wennigsen/Deister und Wennigser Mark gegründet. "Anfänglich waren 347 Kleingärtner auf drei verschiedene Anlagen verteilt, und das ohne den vorderen Teil des heutigen Klostergrunds", erklärt Blazek in seiner Rede. Nach dem Krieg hätten viele Menschen das Interesse an einem eigenen Garten verloren, berichtet Blazek weiter. "Zuerst wurde der Steinberg aufgegeben und danach sukzessive das Lindenfeld. Die Anzahl der Kleingärtner im inzwischen ohne den Zusatz „Wennigser Mark“ benannten Verein reduzierte sich auf 142." Die Zahl reduzierte sich weiter auf 124 und auch der Name des Vereins änderte sich zu "Deisterblick". Blazek: "Damit begann die Ära Büttner, der viele Jahre Vorsitzender war und ein inniges Verhältnis zu Frau Feldkirch pflegte. Dieser Dame verdanken wir eigentlich unser Vereinshaus, das ursprünglich mal eine Wehrmachtsbaracke war." 1969 wurde diese Maßnahme umgesetzt. Auch in den folgenden Jahren folgten zahlreiche Anbauten und Erweiterungen.
Nach einigen Auf und Abs im Verein wurde schließlich Blazek 1978 zum ersten Vorsitzenden gewählt. Aus beruflichen Gründen musste er jedoch sein Amt nach vier Jahren ablegen. "Ich erreichte damit, dass alles im Verein wieder so wurde wie vor meiner Zeit. Jeder gegen Jeden und Jeder war sein eigener Vorsitzender." Nach dem Rücktritt des ersten Vorsitzenden im Jahr 1985 sprang Blazek erneut als Notvorstand ein. "Von dem Tag an wurde vieles verändert, vieles verbessert und der Verein bekam durch seine neue Gartenordnung ein gewisses Gefüge, das nach und nach voll akzeptiert wurde." Nach 1988 folgte der neue und bekannte Name "Klostergrund", den der Verein bis zum Ende behielt.
Am 30. September war es dann soweit: Die Gärten wurden an die Klosterkammer zurückgegeben. Der Vertrag der verpachteten Fläche lief aus. Die übrig gebliebenen 51 Gärten wurden nun geräumt.  "Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich den Kleingärtnerverein geleitet, konnte mich immer auf die Mitarbeit der Vorstandsmitglieder verlassen. Mehr als 36 Jahre liegen hinter mir", so Blazek. Am Ende der Veranstaltung gab es für alle Mitglieder eine Entschädigungssumme.
Und Blazek? - "Ich habe mir jetzt in Sorsum einen 220 Quadratmeter großen Garten besorgt", freut sich der ehemalige Vorsitzende. Auf eine letzte Überraschung können sich die ehemaligen Mitglieder noch freuen. "Ich werde allen Mitgliedern eine Chronik unseres Vereins zukommen lassen", so Blazek.

cms, 28.10.2016, 10:00
Redakteure CON

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