Digitale Daseinsversorgung: Interessante Projekte für Wennigsen

Robin Sontheimer, Resa Mohabbat Kar und Gerald Swarat von der Expertengruppe von CoLab freuen sich mit Christian Mainka über den Workshop.Nachholbedarf beim Digitalen: Noch heute kündigt die Gemeinde Wennigsen den Regionsentdeckertag an - er fand bereits am letzten Wochenende statt.

Wennigsen. 

Gestern fand der Workshop "Digitale Region - Aus dem Land, für das Land" in Wennigsen statt. Bereits Ende August führten die Experten in Wennigsen eine Bürgerbefragung durch, um die Meinung der Bürger zur Digitalisierung herauszufinden. Nun folgte der erste Regional-Workshop im Kloster Wennigsen.

Rund 30 Interessierte nahmen an dem Workshop teil. Einige wenige Wennigser Unternehmer und mehrere Vertreter aus der Verwaltung sowie Vorstände und der Landesdatenschutzbeauftragte diskutierten und fanden schnell Themen heraus, die für Wennigsen besonders interessant sein sollen. Dabei gelingt es Wennigsen derzeit nicht einmal die eigene Internetseite aktuell zu halten - dort wird am heutigen Mittwoch noch der Regionsentdeckertag vom letzten Wochenende groß beworben - oder die dem Workshop vorangegangene Befragung online verfügbar zu machen.

Die Expertengruppe will Wennigsen auf ihrem Weg zur digitalen Kommune begleiten - Wennigsen ist neben Augsburg eine von zwei Modellregionen. "Wir wollen konkrete Szenarien entwickeln, mit denen man schnell arbeiten kann", erläutert Gerald Swarat, Projektleiter der Expertengruppe. Die Modellregionen Wennigsen und Augsburg stehen an unterschiedlichen Ausgangspunkten. Wennigsen ist der erste Ort, an dem ein Chat-Roboter für das Internet-Portal der Gemeinde Wennigsen eingesetzt werden soll. Standard-Anfragen die bislang per Telefon oder Email hereinkommen, werden dann durch eine "maschinelle Erstberatung" bearbeitet. Verwaltungsmitarbeiter sollen so in ihrer Arbeit entlastet werden und dem Bürger stärker zur Verfügung stehen. Ein solcher Chat-Roboter ließe sich schnell online stellen.

Auch soll an einer Erleichterung zur Beschaffung verschiedener Informationen gearbeitet werden. Viele Daten, ob von Unternehmen oder öffentlicher Hand, werden gesammelt. Diese sollten vernetzt zusammengetragen werden und so besser genutzt werden. So könnten zum Beispiel Katasterauskünfte, Photovoltaik-Anlagen-Daten oder eine Auflistung der Standorte von Hydranten zusammengefügt werden und dem Nutzer digital zur Verfügung stehen.

Aber auch Coworking war ein wichtiges Thema. Durch Fernarbeitsplätze könnten Familie, Freizeit und Arbeit besser miteinander vereinbart werden. Hier sollen leerstehende Räume mit digitalen Arbeitsplätzen ausgestattet werden, die dann durch Freiberufler oder kleinere Start-Up-Unternehmen genutzt werden können. Wennigsens Wirtschaftsförderer Christian Mainka denkt hier an ungenutzte Supermärkte oder Banken, die sich verkleinern wollen. Bei der Digitalisierung der Arbeitsplätze geht es vor allem darum, Alternativen zu schaffen zum bisherigen Arbeitsmodell, gerade im ländlichen Raum. "Ich sehe die Aufgabe bei der öffentlichen Hand. Politiker müssen dafür Geld in die Hand nehmen, damit es realisiert werden kann", so Projektleiter Swarat.

jög, 07.09.2016, 07:55
Redakteure CON

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