Erobert der Wolf den Deister?

Barsinghausen / Wennigsen / Springe / Region . 

Seit 2008 leben wieder Wölfe in Niedersachsen - allerdings sind nach Angaben der Landesjägerschaft Niedersachsen bisher noch keine offiziellen Sichtungen im Deister im Rahmen des Wolfsmonitorings bekannt. Was aber nicht bedeutet, dass Wölfe im Rahmen ihrer auf der Suche nach einem eigenen neuen Revier auch am Deister vorbei kommen können.

Ein geeignetes Territorium zeichnet sich durch genügend Beutetiere sowie einen Rückzugsbereich aus, in dem die Welpen großgezogen werden können. Der Wolf benötigt keine pure Wildnis – menschliche Infrastrukturen wie zum Beispiel Straßen und Autoverkehr, sind für den Wolf nicht per se abschreckend. Die Territoriumsgröße eines Wolfsrudels beträgt in Deutschland circa 250 bis 350 Quadratkilometer. Es ist nicht auszuschließen, dass der Deister irgendwann Teil eines Territoriums eines Wolfsrudels wird - zurzeit ist dieses aber nach dem aktuellen Stand des Monitorings nicht der Fall. „Durchzügler kann es theoretisch überall in Niedersachsen geben, aber auch solche sogenannten „Einzelnachweise“ von Wölfen sind derzeit aus dem Deister nicht bekannt“, erklärt Florian Rölfing von der Landesjägerschaft Niedersachsen. Die Landesjägerschaft unterscheidet in drei Kategorien, was die Beweise für Wölfe angeht. Zu den eindeutigen Hinweisen zählen Fotos oder DNA-Nachweise und werden Kategorie „C1“ genannt. Zur Kategorie „C2“ gehören Sichtungen von erfahrenen Experten. Bei „C3“ handelt es sich eine unbestätigte Meldung. „Aus dem Deister gibt es derzeit im Rahmen des Wolfsmonitorings keine C1 oder C2-Nachweise für Wölfe“, so Rölfing weiter. Es gab in diesem Jahr verschiedentliche C3-Hinweise in der Region Hannover. Dazu gehören bisher eine Sichtungsmeldung sowie mehrere Kadaverfunde im Raum Springe. Hierbei war leider die genetische Analyse des Verursachers nicht mehr möglich beziehungsweise steht diese noch aus.

Nach aktuellen Schätzungen leben derzeit zwischen 50 und 70 Wölfe in Niedersachsen. Teilweise als Rudel, als ortstreue Einzeltiere oder als Wolfspaar. Die meisten Tiere befinden sich unter anderem in einem Bereich zwischen Celle, Bergen, Uelzen und Soltau. Besonders beliebt sind bei den Tieren die Truppenübungsplätze Bergen und Munster. Aber auch im Bereich von Cuxhaven hat es Sichtungen von Wölfen gegeben und in diesem Jahr wurden dort erstmalig nachgewiesene Jungtiere gesichtet. Von gesunden Wölfen geht in der Regel aber keine Gefahr für den Menschen aus.

Wenn Sie einem Wolf begegnen, beobachten Sie ihn und fotografieren ihn nach Möglichkeit. Sobald er Sie bemerkt, zieht er sich in der Regel zurück, Wölfe sind vorsichtige Tiere. Wolfswelpen sind allerdings neugierig und agieren oft weniger vorsichtig als erwachsene Tiere. Sollten Sie sich in der Anwesenheit eines Wolfs unwohl fühlen, können Sie Folgendes tun: Machen Sie sich bemerkbar durch Reden, Rufen und/oder Klatschen. Zeigen Sie dem Wolf durch beherztes Auftreten, dass Sie die Situation unter Kontrolle haben. Entfernen Sie sich dabei langsam und ruhig, immer mit dem Gesicht zum Wolf. Laufen Sie nicht weg, denn das kann Verfolgung auslösen! Sollte sich Ihnen der Wolf dennoch nähern, werfen Sie mit Steinen oder Stöcken nach ihm. Der Einsatz von Pfefferspray oder Pfeffergel ist zur Abwehr ebenfalls sehr wirksam. Anschließend melden Sie den Vorfall so zeitnah wie möglich der nächsten Wolfsberaterin bzw. dem nächsten Wolfsberater oder direkt an die Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, Dr. Britta Habbe Telefon: 0511-530430.

Wer Spuren, Losungen oder Risse findet, die auf einen Wolf hinweisen, oder einen Wolf sieht, sollte seinen Fund ebenfalls dem örtlichen Wolfsberater oder der Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft (wolf@ljn.de) melden. „Einzelne Sichtungen gelten häufig nicht als gesichert, da die Verwechselungsgefahr sehr hoch ist und manchmal auch die Fantasie mit den Leuten durchgeht“, so Wolfsberater und Revierförster Thomas Behling. Die Landesjägerschaft Niedersachsen arbeitet zusammen mit über 40 ehrenamtlichen Wolfsberatern, die vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz eingesetzt wurden. Die Landesjägerschaft Niedersachsen ist vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz offiziell mit dem Wolfsmonitoring in Niedersachsen betraut.

Wichtig für Hundehalter: Sind Hundehalter in einem Wolfsgebiet mit ihrem Hund unterwegs sind, ist es wichtig, den Hund in der Nähe oder am besten an einer Leine zu führen. Gesunde Wölfe meiden den Menschen, und damit auch den Hund, der beim Menschen ist. In der Nähe seines Besitzers zu bleiben, ist für den Hund also der beste Schutz. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob es Sinn macht ein „Raubtier“ was vor über 100 Jahren in Deutschland ausgerottet wurde, wieder in die heutige Welt zu integrieren. Wenn wir uns aber damit anfreunden mit dem Wolf zusammenzuleben wird es mit Kosten verbunden sein. Kosten für die Schaffung von Lebensräumen, aber auch um geschädigte Nutztierhalter zu entschädigen oder besser zu schützen.





krü / red, Foto: krü, 07.09.2015, 22:44
Redakteure CON

Kommentare

FrankMues - , 08.09.15 09:52:
Es ist unvorstellbar, mit welcher Blauäugigkeit diese Öko Gutmenschen das Thema Wolf behandeln. Wenn es nach diesen Naturteroristen geht, soll der Mensch zurück in die Steinzeit und am besten versucht man noch, aus alten Knochen Dino DNA zu extrahieren, damit wir wieder unsere Ur Natur zurück bekommt.
In der Biebel steht "macht euch die Erde untertan" und "seid fruchtbar und mehret euch" Offensichtlich sind diese "Wolfsschützer" alles Atheisten.
FoxTwoK - , 08.09.15 15:57:
@FrankMues: Toller Kommentar! Was soll das jetzt?

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