Gerissene Tiere: Wolfsbeauftrage hat Ermittlungen aufgenommen

Ein Wolf kann bis zu 80 Kilometer in einer Nacht zurücklegen.

Völksen / Lüdersen / Holtensen / Wennigsen. 

Seit 2008 leben in Niedersachsen wieder Wölfe. Grundsätzlich können in allen Landesteilen und zu jeder Zeit Wölfe auftauchen. Das erklärt der Niedersächsische Landesbetrieb für Naturschutz auf seiner Internetseite. In den letzten sechs Wochen häufen sich Hinweise auf einen möglichen Wolf oder auf einen wilden Hund im Bereich des Deisters. Das bestätigte heute Wolfsberaterin Nina Graupner auf CON-Anfrage. Zwei konkrete Vorfälle auf dem Süllberg und in Wennigsen haben jetzt die Behörden auf den Plan gerufen.

"Im Süllberg als auch in Wennigsen war ich selber vor Ort. Der Rehbock im Süllberg war leider schon so sehr im Verwesungszustand, dass eine DNA-Auswertung möglicher Bissverletzungen nicht mehr möglich war. Es wurden vor Ort einzelne Trittsiegel eines hundeartigen Tieres gefunden, diese waren aber für eine Auswertung auch nicht ausreichend. Der Verursacher des Risses konnte für den Süllberg nicht bestimmt werden", erklärte Graupner. Der Vorgang hatte auch die Kniggesche Forstverwaltung beschäftigt. "Wir waren vor Ort und haben die Behörden informiert", erklärte Ralf Schickhaus für die Kniggesche Forstverwaltung im CON-Gespräch. Auch in Völksen habe es eine mögliche Wolfs-Sichtung durch einen Spaziergänger gegeben, die aber nicht bestätigt werden konnte, berichtet Schickhaus.

Am Donnerstag wurde ein Zwergschaf im Ortsteil Wennigsen gerissen, Jäger bescheinigen einen "kräftigen Biss". Inzwischen wurden Maßnahmen ergriffen, um Sicherheit über die Identität des verursachenden Tieres zu bekommen: "Wir haben Fotofallen aufgehängt", erklärte ein Wennigser Revierpächter. Eindringlich warnt er vor Panikmache: "Es kann sich hier auch nur um einen wilden Hund oder mehrere wilde Hunde handeln". Auch die Wolfsberaterin mahnt zur Zurückhaltung: "Es gibt bislang keine bestätigten Hinweise auf einen im Deister und Umgebung befindlichen Wolf. In Wennigsen konnte ich am Lamm noch DNA-Abriebe des Verursachers entnehmen. Diese sind gestern mit Protokoll zum Wolfsbüro gekommen". Sie hoffe, dass die Proben auch weitergeschickt würden, die Entscheidung dazu liegt alleine beim Wolfsbüro. "Ich gehe aber von einer Weitersendung aus. Die Auswertung kann - mit Versand - etwa zwei bis vier Wochen dauern. Dann erhält der Halter Kenntnis davon". 

Die Wolfsberaterin betont: "Es gab in den letzten sechs Wochen immer mal wieder Meldungen über mögliche Wolf- oder Hundesichtungen im Bereich Deister. Diese waren allerdings immer sehr "vage" und zumeist weder in die eine noch andere Richtung eingrenzbar. Für den Bereich Deister gehen gerade vermehrt Meldungen über mögliche Sichtungen ein."

hug, 25.10.2016, 11:38
Redakteure CON

Kommentare

FrankMues - , 26.10.16 08:30:
Fotofallen an Orten, wo bereits ein Tier gerissen wurde und dei "Hoffnung" das eine möglicherweise beweiskräftige Probe auch wirklich untersucht wird. Diese Massnahmen zeigen deutlich, wie abstrus mittlerweile die Regelungen im Umgang mit Wölfen sind. Radikale Naturschützer würden liebe den Menschen ausrotten, als auch nur ein Raubtier zu erschiessen. Erst wenn ein Mensch, besser noch ein Kind verletzt wird, könnte man eventuell darüber nachdenken, das Tier "mit milden Mitteln" zu vergrämen.

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