Herbststurm in der CDU hält weiter an

Joachim Batke

Wennigsen. 

In der Wennigser CDU brodelt es weiter. In der CON-Redaktion kam jüngst ein anonymer Brief an, der von ranghohen Parteimitgliedern als authentisch bewertet wird. Teilweise werden Sachverhalte benannt, die nur dem innersten Zirkel der Wennigser Union bekannt sein dürften. In dem Brief werden die CDU-Mitglieder Marianne Kügler (stellvertretende Bürgermeisterin) und Joachim Batke (Wennigser Ortsverbandsvorsitzender) massiv angegangen. Auf die Anschuldigungen wollen beide nicht eingehen: „Da das Schreiben anonym verfasst wurde, sehe ich mich nicht genötigt, eine Stellungnahme abzugeben“, erklärte Marianne Kügler auf CON-Anfrage. “Ich möchte mich zu anonymen Briefen nicht äußern“, betonte Joachim Batke. Dabei scheint der aktuelle Brief längst nicht mehr die Spitze des Eisbergs zu sein. Wie aus CDU-Kreisen bekannt wurde, gab es bereits im Wahlkampf anonyme Briefe, die teilweise sogar zur Überprüfung durch den Staatsschutz geführt haben sollen.

„Die Stimmung in der Partei ist denkbar schlecht“, erklärt der anonyme Verfasser der CON-Redaktion. Kügler und Batke verhinderten nach Empfinden des Schreibers „durch ihre permanenten Intrigen jegliche sachliche Diskussion und Aufarbeitung des Wahlergebnisses“, heißt es in dem unfrankierten Schreiben. Die Junge Union soll Anfang Oktober eine Analyse des Wahlkampfes im Vorstand vorgestellt haben – Konsequenzen seien aus den teils deutlichen Ergebnissen aber nicht gezogen worden, heißt es aus Teilnehmerkreisen. „Hinter dem Rücken anderer Parteifreunde werden Gerüchte gestreut, persönliche Angriffe getätigt und Unruhe gestiftet“, heißt es in dem anonymen Brief. Am Ende blickt der Autor in die Zukunft der Wennigser Christdemokraten: „In dem derzeitigen Zustand ist die Wennigser CDU nicht in der Lage, sachliche Arbeit abzuliefern und die Bürger der Gemeinde zu repräsentieren.“

CDU-Parteichef Ernst Herbst hat bis zum Erscheinen dieses Artikels nicht auf eine Anfrage der Redaktion zu einer Stellungnahme reagiert.

hug, 11.10.2016, 02:16
Redakteure CON

Kommentare

GFW-Wennigsen - , 11.10.16 19:05:
Wer Parteifreunde hat, braucht offenbar keine Feinde mehr.
„In dem derzeitigen Zustand ist die Wennigser CDU nicht in der Lage, sachliche Arbeit abzuliefern und die Bürger der Gemeinde zu repräsentieren.“
Es wäre doch eine Überlegung wert, die Bürger der Gemeinde ohne Partei zu vertreten, so, wie es die Gemeinschaft Freier Wähler macht. Sachpolitik im Sinne der Bürger, aber ohne Parteibuch. Das geht.
Vielleicht überlegt es sich der eine oder andere Gemeinderat der CDU und kommt zu uns....

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