Politik und FFW übergangen: Straße für Basar gesperrt

Gegenüber der Einfahrt der Feuerwehr Sorsum musste eine Sperrfläche eingesetzt werden, damit bei Veranstaltungen der Schule die Feuerwehr nicht zugeparkt wird.

Sorsum / Wennigsen. 

In der Vergangenheit kam es bei großen Veranstaltungen der Freien Waldorfschule Sorsum immer wieder zu Problemen mit dem Parken. Um dem zu begegnen, wurde bereits im Jahr 2014 ein Runder Tisch mit Vertretern des Ortsrates, der Feuerwehr, des Ordnungsamtes Wennigsen und der Schule eingerichtet. Die Parksituation bei Großveranstaltungen stand in dieser Woche im Mittelpunkt einer erneuten Gesprächsrunde, die von der Freien Waldorfschule Sorsum und der Region Hannover gemeinsam initiiert wurde.

An diesem Gespräch waren Vertreter verschiedener Institutionen beteiligt: Straßenverkehrsbehörde der Region Hannover, Polizei Ronnenberg, Straßenmeisterei Ronnenberg, Regio Bus, Ordnungsamt Wennigsen sowie Geschäftsleitung und Vorstands der Freien Waldorfschule Sorsum. Es fehlten allerdings der Ortsrat Sorsum und die örtliche Feuerwehr. Das scheint sich nun zu rächen, denn Ortsbürgermeister Rainer Müller-Nolting fühlt sich düpiert. In dem fast zweistündigen Gespräch wurden nach Angaben der Waldorfschule neue Ideen zur Besserung der Parksituation bei Großveranstaltungen erörtert und nach Lösungsansätzen gesucht, die den Ort entlasten. Diskutiert wurde demnach auch der Vorschlag der Straßenmeisterei Ronnenberg, für den jährlichen Basar der Waldorfschule eine Vollsperrung der Weetzener Straße zwischen Wennigsen und Sorsum vorzunehmen. Diese Maßnahme wurde zur Gewerbeschau 2014 mit mehrerne tausenden Besuchern bereits mit Erfolg angewendet.

Aus Sicht der Polizei Ronnenberg sei diese Maßnahme auch für die jetzige Veranstaltung favorisiert worden, teilt die Waldorfschule mit. Weitere Ergebnisse dieses Gesprächs, zum Beispiel ein absolutes Halteverbot in der Dorfstraße Sorsum, sollen noch in diesem Jahr zu dem traditionell gut besuchten Schul-Basar am 19. November umgesetzt werden. Im Januar 2017 findet das nächste Gespräch zur Auswertung der getroffenen Maßnahmen statt.

Der amtierende Ortsbürgermeister Rainer Müller-Nolting ist außer sich vor Wut: "In meiner Eigenschaft als Ortsbürgermeister der Ortschaft Sorsum möchte ich meiner Verärgerung und Empörung Ausdruck verleihen", erklärte er im Gespräch mit CON. "In der Ortschaft Sorsum soll neben Halteverboten bei Veranstaltungen der Waldorfschule nun auch noch über die Köpfe der Einwohnerschaft hinweg eine Vollsperrung der halben Ortsdurchfahrt erfolgen. Der Ortsrat Sorsum als offizielles Gremium zur Vertretung der hiesigen Einwohnerschaft hat über die beabsichtigte Maßnahme im Vorfeld keine Informationen erhalten", kritisiert Müller-Nolting. Auch bei der Feuerwehr gibt es große Augen: "Wir haben dazu keine offiziellen Informationen", erklärte Ortsbrandmeister Jörg Schönfeld. Bislang hatten Müller-Nolting und Schönfeld angenommen, sie seien Teil des Runden Tisches. Aber dieses Mal gab es wohl keine Einladung.

"In dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz ist ausdrücklich bestimmt, dass örtliche Belange betreffend, der Ortsrat oder dessen Vorsitzender, zu beteiligen ist. Dies ist im vorliegenden Fall nicht erfolgt", attestiert der Ortsbürgermeister. "Der Ortsrat Sorsum als gewähltes Sprachrohr und Vermittler zur Einwohnerschaft ist hier übergangen worden. Eine angestrebte Problemlösung kann nur durch eine konstruktive Zusammenarbeit und einvernehmliche Gespräche zwischen Schule und Einwohnerschaft erfolgen. Eine Entscheidung des Sorsumer Ortsrates kam aufgrund der Nichtbeteiligung nicht zustande, somit lehne ich als Ortsbürgermeister eine Vollsperrung der Sorsumer Ortsdurchfahrt bei Großveranstaltungen der Waldorfschule ab." Die Akzeptanz einer derartigen Vorgehensweise sei bei den Sorsumer Bürgern äußerst fraglich, ist sich Rainer Müller-Nolting sicher.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Wennigsen, Christoph Meineke, hatte keine Kenntnisse von dem Gespräch oder dem Ergebnis: "Mir ist von dem Gespräch nichts bekannt. Der Ortsrat hätte zwingend beteiligt werden müssen." Es dürfte interessant sein, wie es nun weitergeht.

red, 29.10.2016, 16:22
Redakteure CON

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