Politiker äußern sich zum Klostergrund und zur Erbpacht

Wennigsen. 

In der Reihe zur Kommunalwahl stellte CON Fragen, die Wennigsen bewegen. Täglich werden die Antworten der Politker veröffentlicht. Heute zu der Frage:

"Wie stehen Sie zu den aktuellen Plänen zum Klostergrund? Sehen Sie die Erbpacht in Wennigsen als Hindernis für Familien, sich hier niederzulassen?"

SPD: "Der Klostergrund wird von der Klosterkammer an einen privaten Investor verkauft, so dass dort auch Eigentum erworben werden kann. Bei dem jetzigen Kapitalmarkt und den von der Klosterkammer angebotenen Erbbauzinsen ist es wenig lukrativ auf einem Erbbaurechtsgrundstück zu bauen, so dass diese Tatsache durchaus ein Hindernis für Familien sein kann."

CDU: "Dass sich das Thema „Klostergrund“ seit 15 Jahren hinzieht, ist objektiv betrachtet nicht nachvollziehbar. Diese Angelegenheit hätte zur Zufriedenheit aller Beteiligten weitaus zügiger abgehandelt werden können. Erbpachten sind nicht mehr zeitgemäß; sie stellen ein Hindernis dar und sollten in Hinblick auf einen Eigentumserwerb-Willen vermieden werden."

Bündnis 90 / Die Grünen: "Die GRÜNEN Wennigsen begrüßen grundsätzlich, dass die Bebauung des Klostergrundes in die Umsetzung geht. Die Verträge sind akzeptabel, die Splittung in sechs Bauabschnitte ist nachvollziehbar. Das finanzielle Risiko für die Gemeinde ist überschaubar. Für die GRÜNEN Wennigsen ist sowohl sozialer Wohnungsbau als auch altersgerechtes Wohnen wichtig. Hierzu wurden sowohl seitens des Investors als auch des Bürgermeisters die Prüfung der Förderprogramme der Region Hannover zugesichert. Auf Nachfrage der GRÜNEN Fraktion sicherte der Investor zu, bei seinen selbst ausgeführten Hochbauten höhere energetische Standards anzusetzen als gesetzlich gefordert. Mit wachsamen Augen wird die GRÜNE Fraktion in der nächsten Ratsperiode die Umsetzung der Bauabschnitte begleiten."

 

FDP: "Der Klostergrund wird durch die Ratsentscheidung am 25. August noch vor der Wahl vom angeblich „toten Pferd“ zum springlebendigen werden. Der Investor wird bei vernünftiger Preispolitik erleben, welch riesige Nachfrage für Eigentum in erstklassiger Lage besteht. Natürlich ist die Klosterkammer in den vergangenen Jahren mit ihren untragbaren Pachtstrukturen gescheitert und hat erlebt, dass eine eigene Vermarktung des Klostergundes aussichtslos gewesen wäre. Sie hat aber auch der Gemeinde Wennigsen großen Schaden zugefügt, weil überall Grundstücke zu kaufen waren – nur nicht in Wennigsen. Deshalb ist unsere Entwicklung so schwach gewesen. Aus diesem Grund braucht Wennigsen auch neue Baugebiete mit Eigentumsland. Der jetzige Gemeinderat hat dazu die Grundlagen geschaffen."

 

 

Wählergruppe "Vielfalt, soziale Gerechtigkeit und Gemeinschaft in Wennigsen": "Inzwischen scheint es im Klostergrund voranzugehen. Die Gemeinde hat in letzter Zeit hier gute Arbeit geleistet. Die Klosterkammer hat die Wennigser Geduld über Gebühr strapaziert. Die Geschichte des Klostergrunds ist kein Ruhmesblatt: Die Fläche ist verwahrlost, die Kleingärten ein Jahrzehnt zu früh geräumt, das Asbest der Fläche soll in einem Wall verbuddelt werden, Stunden über Stunden haben sich Rat und Verwaltung mit Architektenwettbewerb und verschiedenen Entwürfen, Planungen und Verhandlungen insbesondere auch über Grünausgleich und Infrastrukturkosten beschäftigt - für den Papierkorb! Die Klosterkammer hatte sich offenbar "verkalkuliert"! Sie hat feststellen müssen, dass sie mit ihrem Konzept, Einfamilienhäuser auf Erbpacht, nicht genug Ertrag haben würde. Somit nun noch mal alles von Vorne: mit Eigentum, dichterer Bebauung gemischt  mit Mehrfamilien-, Reihen- und Einfamilienhäusern. Hoffen wir, dass es nun passt und endlich umgesetzt wird. Die Planung der Grün- und Wasserflächen ist jedenfalls vielversprechend als ökologische Bereicherung für alle Wennigser."

AfD: "Die Erbpacht ist ein großes Hindernis für Bauwillige und wird nicht von Bauwilligen akzeptiert."

jög, 08.09.2016, 14:38
Redakteure CON

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