Rechnungsprüfer rügen Kostensteigerungen am Bau

Auf dem "Problem-Estrich" des Feuerwehrhauses in Wennigsen übergab am 10. Dezember 2011 Bürgermeister Christoph Meineke (rechts) den Schlüssel an Ortsbrandmeister Jörg Wieners (Mitte) und den damaligen Gemeindebrandmeister Karl-Heinz Mensing (heute Regionsbrandmeister).

Wennigsen. 

Man mag es kaum glauben, aber am morgigen 13. Oktober befasst sich der Bauausschuss der Gemeinde Wennigsen als erstes öffentliches Gremium der Gemeinde überhaupt mit den Jahresabschlüssen der Gemeinde aus technischer Sicht. Und zwar nicht etwa für 2015 oder gar 2014, nein, auf der Tagesordnung stehen die Berichte von 2011 bis 2013. Zur Erinnerung: Der amtierende Bauamtsleiter Martin Waßermann ist erst am 1. Juli 2013 in die Gemeindeverwaltung gekommen, hat also so gut wie keine Aktien an den jetzt geprüften Unterlagen. Bislang liegt der Bericht für das Jahr 2013 noch nicht im Ratsinformationsystem vor, aber schon 2011 und 2012 bieten teilweise interessante Aspekte. Die beiden Berichte hat die Region Hannover als bisherige Prüfbehörde übrigens mit 32.500 Euro der Gemeinde in Rechnugn gestellt.

 

Der Estrich in der damals neugebauten Wennigser Feuerwache sollte nach öffentlicher Ausschreibung im September 2010 insgesamt 62.000 Euro kosten. Die Ausschreibung wurde dann aber im Mai 2011 wiederholt, nun wurde eine alternative Estrichausführung vorgesehen, die rund 6.000 Euro einsparen sollte. Im August 2011 wurden dann aber plötzlich rund 21.000 Euro für die Zugabe eines Schnellzements eingefordert, ein Gutachter stellte daraufhin fest, dass der erste Verbundestrich mangelhaft erstellt wurde und daher für den Neueinbau Schnellzement zur Zeitverkürzung eingesetzt werden sollte. Damit erhöhten sich die anteiligen Kosten auf über 83.000 Euro. Das Rechnungsprüfungsamt kritisiert jetzt, dass ein Abzug der Kosten aus dem ersten Nachtragsangebot nicht zum Tragen gekommen sei. Das Gesamtprojekt hat rund zwei Millionen Euro gekostet, rund 280.000 Euro waren alleine für Sachwalter, Rechtsberatungen und Gebühren angefallen. 

Beim Anbau an die KGS-Turnhalle 2012 war es zu gravierenden Streitigkeiten zwischen Baufirma, Gemeinde und Architekt gekommen. Dadurch entstanden statt 84.000 Euro Ausschreibungssumme Kosten von über 130.000 Euro. Diese entstandenen Kosten wurden im laufenden Baubetrieb durch die damalige Architektin ohne Rücksprache mit dem Baubereich veruracht. Sie hatte kurzerhand die Ausführungen der Trockenbaudecke im Obergeschoss des Anbaus geändert. Die Merhrkosten aber wurden mit den Honorarforderungen der Architektin verrechnet.

Das Rechnugnsprüfungsamt attestiert der Gemeindeverwaltung - bis auf eine Reihe von sich wiederholenden Passagen - eine korrekte Abrechnung. Nur mit der Dokumentation der Bauarbeiten habe man es damals offenbar nicht so genau genommen. Entschuldigt wurde dies zunächst durch permanenten Mitarbeiterwechsel, später dann durch die Vakanz und die geplante Neubesetzung der Fachbereichsleiterstelle. Die Rechnungsprüfer weisen darauf hin, dass ein Bereich wie der Baubereich nicht über einen längeren Zeitraum - hier knapp neun Monate - ohne Leitung sein solle. Die Verwaltung beschenigte, dass alle Mängel inzwischen durch die neue Fachbereichsleitung abgestellt seien.

hug, 12.10.2016, 01:07
Redakteure CON

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