Was tun, wenn der Wolf kommt?

Groß Munzel / Wichtringhausen / Barsinghausen / Calenberger Land. 

Der Wolf im Calenberger Land – bereits vor einem halben Jahr berichtete CON darüber, dass der Deister Territorium der Wölfe werden könnte. Nun soll ein Wolf im Waldgebiet zwischen Wichtringhausen und Landringhausen gesehen worden sein. Für Jäger Heinrich Rehbock aus Landringhausen sind die Beobachtungen, die eine Landringhäuserin beim Spaziergang mit ihrem Hund gemacht hat, nicht überraschend. „Vor einigen Monaten ist bereits ein Wolf in Ostermunzel nachgewiesen worden und wir haben in der vergangenen Woche auffälliges Verhalten hier beim Rehwild beobachtet“, sagte er. So seien am vergangenen Donnerstag 39 Stück Rehwild auf einem freien Feld in Goltern beobachtet worden – dort stehen üblicherweise nur 25 Tiere. „Dieses Zusammenziehen des Rehwilds ist typisch bei der Anwesenheit von einem Wolf“, sagte Rehbock. Er hofft, dass eine der Wildkameras einen Wolf aufnimmt. „Das wäre allerdings ein großer Zufall“, gibt er zu. Die Kameras sind schon vor längerer Zeit aufgestellt worden und haben nichts mit dem möglichen Auftauchen eines Wolfs zu tun. „Wir haben immer wieder Schäden, die durch Schwarzwild am „Breitekampsweg“ im Wichtringhäuser Wald verursacht werden. Um mehr über das Verhalten des Schwarzwilds zu erfahren, haben wir inzwischen die Kameras installiert“, erklärte Rehbock.

Da es offenbar künftig immer wieder zu Begegnungen mit einem Wolf kommen kann, ist es wichtig zu wissen, wie man sich in dieser Situation richtig verhält. Hier einige Tipps:

Wenn Sie einem Wolf begegnen, beobachten Sie ihn und fotografieren ihn nach Möglichkeit. Sobald er Sie bemerkt, zieht er sich in der Regel zurück, Wölfe sind vorsichtige Tiere. Wolfswelpen sind allerdings neugierig und agieren oft weniger vorsichtig als erwachsene Tiere. Sollten Sie sich in der Anwesenheit eines Wolfs unwohl fühlen, können Sie Folgendes tun: Machen Sie sich bemerkbar durch Reden, Rufen und/oder Klatschen. Zeigen Sie dem Wolf durch beherztes Auftreten, dass Sie die Situation unter Kontrolle haben. Entfernen Sie sich dabei langsam und ruhig, immer mit dem Gesicht zum Wolf. Laufen Sie nicht weg, denn das kann Verfolgung auslösen! Sollte sich Ihnen der Wolf dennoch nähern, werfen Sie mit Steinen oder Stöcken nach ihm. Der Einsatz von Pfefferspray oder Pfeffergel ist zur Abwehr ebenfalls sehr wirksam. Anschließend melden Sie den Vorfall so zeitnah wie möglich der nächsten Wolfsberaterin bzw. dem nächsten Wolfsberater oder direkt an die Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, Dr. Britta Habbe Telefon: 0511-530430.

Wichtig für Hundehalter: Sind Hundehalter in einem Wolfsgebiet mit ihrem Hund unterwegs sind, ist es wichtig, den Hund in der Nähe oder am besten an einer Leine zu führen. Gesunde Wölfe meiden den Menschen, und damit auch den Hund, der beim Menschen ist. In der Nähe seines Besitzers zu bleiben, ist für den Hund also der beste Schutz.

Wer Spuren, Losungen oder Risse findet, die auf einen Wolf hinweisen, oder einen Wolf sieht, sollte seinen Fund ebenfalls dem örtlichen Wolfsberater oder der Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft (wolf@ljn.de) melden. „Einzelne Sichtungen gelten häufig nicht als gesichert, da die Verwechselungsgefahr sehr hoch ist und manchmal auch die Fantasie mit den Leuten durchgeht“, so Wolfsberater und Revierförster Thomas Behling.



bri / krü, 22.03.2016, 20:21
Redakteure CON

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