Zeitmonument Wennigsen: Mehr als eine Sonnenuhr

Wennigsen. 

Der Hobby-Astronom und Feinmechanikermeister Erich Pollähne schenkte der Gemeinde Wennigsen 1995 mit dem Zeitmonument ein weltweit einmaliges Kunstobjekt höchster Präzision und Qualität. Seitdem steht der futuristisch einer Mondlandefähre ähnelnde Edelstahlkubus an städtebaulich exponierter Stelle in der Mitte von Wennigsen vor dem Rathaus am Eingang zur Hauptstraße. Das Zeitmonument erregt touristische Aufmerksamkeit und ist ein echter Blickfang.

Fast 20 Jahre lang fristete das Zeitmonument im Volksmund ein unterschätztes Dasein als Sonnenuhr. Das Zeitmonument ist aber weit mehr als eine Sonnenuhr. Es stellt exemplarisch die Grundzüge und Entwicklung der Astronomie und der Bestimmung der Zeit von der Antike bis in die Gegenwart der Menschheit dar.

Im Februar 2014 hat sich auf Initiative von Erwin Kophstahl der Freundeskreis Zeitmonument Wennigsen zusammengefunden. Ihm gehören zehn ehrenamtlich tätige Experten aus dem Calenberger Land mit astrononomischem und geodätischem Background an. Der Freundeskreis hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Zeitmonument mehr als bisher in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und das globale Alleinstellungsmerkmal zum touristischen Markenzeichen von Wennigsen zu entwickeln. Der Tourismus-Service Wennigsen unterstützt den Freundeskreis nach Kräften im Marketing- und Buchungsservice.

Die kompetenten Tourleiter des Freundeskreises Zeitmonument Wennigsen vermitteln seit zwei Jahren in den Sommermonaten regelmäßig in einstündigen Führungen vor Ort am Zeitmonument das Basiswissen über den Aufbau des Zeitmonumentes sowie die Inhalte und komplexen Zusammenhänge der in Edelstahl eingravierten Darstellungen.

Die Besucher lernen, wie an der Hauptuhr – der Süduhr - die Tageszeit, die Tageslänge, der Sonnenuntergang und Sonnenaufgang und das Datum abgelesen werden. Die Funktionsweise und Ablesung der Ost-, West- und Norduhr sowie der Äquatorialuhr und zehn weiterer kleiner Sonnenuhren werden erklärt. Sie erhalten ferner einen Einblick in die Modelle des Sonnensystems und des Platonischen Jahres ( 25 800 Jahre ). Die Geheimnisse von Stonehenge , die Möglichkeiten zur Bestimmung der Mondphasen und vieles andere mehr werden angedeutet. Besucher, die mehr wissen wollen, können ihre Kenntnisse auf der Homepage www.zeitmonument.de weiter vertiefen.

Rund 1500 Teilnehmer haben seit seiner Gründung die Veranstaltungen des Freundeskreises besucht. Hierzu zählen neben den Führungen vor Ort am Zeitmonument auch die Veranstaltungen anläßlich des 100. Geburtstages von Erich Pollähne im Juli 2015. Ein Highlight war die Partielle Sonderfinsternis am 20. März 2015. Mehrere hundert Schüler bestaunten unter fachkundiger Erläuterung wie sich der Mond langsam vor die Sonne schob.

Der Freundeskreis ist stolz darauf, dass sein ehrenamtliches Engagement auf so zahlreiches Interesse in Wennigsen und der regionalen Umgebung gestoßen ist. Etwa 400 Besucher kamen nicht aus Wennigsen sondern von außerhalb. Das Interesse zeigt, dass auch in Zeiten der mechanischen Uhren und des digitalen Wandels der Umlauf von Erde Sonne und Mond seit Menschengedenken auch heute noch fasziniert. Im Frühjahr 2017 wird der Freundeskreis sein Programm fortsetzen.

red, 10.10.2016, 05:19
Redakteure CON

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