Energie-„Start up“ startet durch

Jan Scheffczyk (von links), Johannes Voges und Agata Frankowska informieren über die innovative Strombewegung an den Gehrdener Markttagen.

Gehrden. 

Das junge Start-up-Unternehmen „Strombewegung Calenberger Land“ startet nach einem erfolgreichen Pilotprojekt mit der Stadt Gehrden und der Energiegenossenschaft Ener:Go jetzt durch. Das Motto lautet: Wir machen unsere eigene Energiewende – Echten Ökostrom von lokalen Produzenten beziehen.

Johannes Voges und Jan Scheffczyk stellten die Unternehmensidee jetzt in einem Gespräch mit Bürgermeister Cord Mittendorf im Gehrdener Rathaus vor. Die Idee hinter der lokalen Energiewende ist die direkte Verbindung von Stromproduzenten mit den Verbrauchern vor Ort. „Für den Calenberger Landstrom müssen wir Produzenten gewinnen und Verbraucher finden, die mit uns diese Idee gemeinsam umsetzen“, so Johannes Vogel zu den vorrangigen Unternehmenszielen. Als fortschrittlicher Energielieferant sollen innovative Ökostromprodukte mit regionalem Fokus angeboten werden. Die Strombewegung versteht sich als Partner der Akteure vor Ort. Zuerst müssen die Stromproduzenten für das Konzept gewonnen werden. Mit den Windkraftanlagen in der Gemarkung Leveste, den Biomasseanlagen in Lenthe und Gehrden und den zahlreichen Solaranlagenbetreibern sind lokale Stromerzeuger vorhanden, die ihre Energieerzeugung an die Strombewegung verkaufen könnten Dieser Öko-Strom aus regenerativen Energiequellen von lokalen Produzenten und garantiert ohne Atomstrom und Energie aus fossilen Stoffen wird dann an die Endverbraucher – quasi vom Nachbarn zum Nachbarn -  weitergeleitet.

So soll die Idee vom lokalen Strommarkt im Calenberger Land als lokaler Beitrag zur Energiewende umgesetzt werden. Die Verbraucher kaufen günstigen regionalen Ökostrom und gewinnen zugleich Klarheit über die Art, Menge, Ort und Zeit der Stromerzeugung. Somit wird auch auf die Transparenz gesetzt. Die „Strommacher“ werden in eine regionale Direktvermarktung eingebunden und gewinnen am Image unter dem Motto „Ich produziere für meine Nachbarn“.

Jeder Verbraucher erhält einen digitalen Zähler mit Funkverbindung. Im viertelstündigen Rhythmus wird der aktuelle Stromverbrauch aufgezeichnet, Schwachstellen können aufgespürt, das Verhalten des Stromverbrauchers verändert werden. Durch die automatische Ablesung und laufende Kontrolle mit Weitergabe der aktuellen Verbrauchswerte über Funk an ein Handy können Einsparungspotentiale erkannt werden.       

In der Pilotphase unterstützte die Stadt Gehrden das Start-up-Unternehmen mit der Installation von Funkmastenanlagen auf dem Burgbergberg, der Oberschule und am Feuerwehrhaus. Sie empfangen die aktuellen Verbrauchswerte von den Endverbrauchern. Im Gegenzug erhält die Stadt Gehrden rund 100 funkgesteuerte Verbrauchsmesser, die mit den bisherigen Stromzählern in den städtischen Liegenschaften ausgetauscht werden. „Dadurch erhalten wir im Viertelstundentakt die aktuellen Verbrauchswerte und können auf Schwachpunkte reagieren und letztlich den Stromverbrauch senken“, betont Energiefachmann Edmund Jansen im Gehrdener Rathaus. Die Stadt Gehrden kann sich der lokalen Ökostrombewegung noch nicht anschließen. Es besteht noch ein Stromliefervertrag mit den Stadtwerken Peine. Zum Ablauf des Stromliefervertrages ist eine Neuausschreibung erforderlich. „Der günstigste Anbieter erhält dann den Zuschlag. Vielleicht kann die Strombewegung Calenberger Land mithalten und erhält den Zuschlag“, so Bürgermeister Cord Mittendorf für eine Zukunftsperspektive. Interessierte Verbraucher können sich unter www.strombewegung-calenberger-land.de über das Projekt und weitere Einzelheiten informieren. Außerdem ist der Ökostromanbieter mit einem Info-Stand auf den beiden Gehrdener Märkten am Donnerstag und Samstag vertreten.

we, 28.05.2016, 00:43

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